Klavierunterricht für Groß und Klein

 

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Im Teil 1 haben wir geklärt, wie man sich ein neues Klavier aussucht. Jetzt wollen wir mit der Wahl eines gebrauchten akustischen Klaviers beschäftigen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie sich ein neues Klavier nicht leisten können, dann bleibt es Ihnen die Option, ein Gebrauchtes zu suchen. Sie können es entweder im Klavierfachhandel finden, oder privat. Ich persönlich finde es im Geschäft besser, sicherer und bequemer, als privat.   Ich zitiere mich selbst, aus dem Teil 1 dieses Artikels:

Vieles spricht für ein Kauf eines Klaviers im Fachgeschäft. Wenn gebrauchte Klaviere im Laden angeboten werden, dann sind sie in der Regel überholt und gestimmt. Es gibt eine Garantie, das ist sehr wichtig. Sie werden professionell beraten, nicht nur über die Klaviere selbst, sondern auch darüber, wie man sie behandelt, wo man sie am besten aufstellt, wie findet man einen Klavierstimmer, usw.  Auch für die Zukunft wissen Sie dann, wo sie einen Gesprächspartner finden.  UND das Klavier wird Ihnen geliefert. Auch wenn das extra kosten sollte, ist es das nicht wert?

Das einzige, was dagegen sprechen könnte, ist die Preisfrage. Die Hoffnung, bei einem Privatverkäufer ein ganz tolles Instrument zum Schnäppchenpreis zu finden, stirbt als letzte. Und das ist auch möglich. Das habe ich auch schon mal geschafft. Wer sucht, der findet sehr viele Anzeigen in lokalen Zeitungen und im Internet. Das Angebot scheint riesig zu sein. Es gibt dabei allerdings einiges zu bedenken.

Erstens, stellen Sie sich keine feste Zeitgrenzen. Sagen Sie sich nicht: Ich muss unbedingt in einem Monat ein gutes und preiswertes Instrument bekommen, Punkt. Bei der privaten Klaviersuche gibt es keine Garantien! Dafür gibt es viel Aufwand: Jedes einzelne angebotene Instrument müssen Sie sich ansehen und ausprobieren dort, wo es steht. Also, viel Zeit (und Sprit) einplanen. Es wäre sehr vernünftig, die Auswahl sofort zu begrenzen, so dass Sie jedes Haushalt, das ein Klavier anbietet, problemlos und gemäß Ihren Vorstellungen schnell erreichen können.

Zum Ausprobieren: Erst allgemein, wie ich bereits im Teil 1 geschrieben habe:

Ausprobieren muss unbedingt sein. Wenn Sie das nicht selber können, nehmen Sie jemanden mit, der das für Sie macht. Oder lassen Sie sich die Instrumente von dem Verkäufer vorführen.  Aber auch dann berühren Sie unbedingt auch selber die Tasten; wenn Sie nicht richtig spielen können, dann klimpern Sie, das ist erlaubt. Haben Sie bloß keine Angst, lächerlich zu erscheinen. Ein Klavier zu kaufen ist eine ernste Angelegenheit. Beim Ausprobieren achten Sie auf Ihr Empfinden und versuchen Sie zu bestimmen, der Anschlag welches Instruments Ihnen am besten gefällt. Wenn das Instrument für ein Kind bestimmt ist, sollte es am liebsten leichten, differenziert Anschlag haben, um seinen zarten Fingern gerecht zu werden. Dabei hören Sie auch intensiv zu, ob der Klang für Sie angenehm ist.

Und nun speziell über das Ausprobieren und Begutachten von einem gebrauchten Instrument. Wenn Sie es in einem Fachgeschäft kaufen wollen, dann haben Sie größere Chancen, ein ordentliches Instrument in gutem Zustand zu bekommen. Ein Fachhändler wird kein sehr schlechtes Instrument zum Verkauf aufnehmen, denn das ist nicht in seinem Interesse. Er möchte keine Reklamationen haben, und seinen guten Namen möchte er nicht verlieren. Trotzdem probieren Sie gründlich aus, und außerdem öffnen Sie unbedingt das Klavier und suchen Sie es nach der Abnutzungspuren ab.

Was ist denn zu beachten, wenn Sie ein gebrauchtes Klavier privat kaufen?

In vielen Familien steht ein altes Erbstück, manchmal gut gepflegt, manchmal weniger gut, bespielt oder nicht bespielt. Wenn Sie so ein antikes Klavier sehen, seien Sie besonders auf der Hut. Bei einem modernen Instrument sind Sie oft besser dran, aber sein Sie trotzdem sehr aufmerksam und wachsam.

Zuerst probieren Sie jede Taste aus. Spielen Sie langsam ein chromatische Tonleiter und hören Sie auf den Klang. Wenn eine Taste problematisch erscheint, öffnen Sie sofort den Deckel des Klaviers und sehen Sie nach: Sind die Saiten vollständig? Wie sieht das Hämmerchen aus? Sie können auch sofort mit dem geöffneten Klavier spielen. Probieren Sie wirklich jede einzelne Taste!

Sind Sie mit dem Zustand der Tasten zufrieden? Wunderbar, dann gehen Sie den nächsten Schritt: Wenn Sie das Klavier bis jetzt noch nicht geöffnet haben, tun Sie es jetzt. Nun inspizieren Sie ganz genau die Saiten (fehlende Saiten? Rost? Stimmwirbelschaden?). Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie dem Holzteilen, die nicht leicht ausgewechselt sein können.

Wenn alles passt, wenn Sie mit allem zufrieden sind, dann bleiben Sie noch ein paar Minuten am Klavier und spielen Sie etwas. Hören Sie auf Ihr Herz. Sagt es „Ja“? Dan kaufen Sie es. Wichtig ist, dass Sie Ihr Herz erst dann befragen, wenn der kalte Verstand bereits festgestellt hat, dass das Instrument in Ordnung ist.

Noch ein Ratschlag: Wenn Sie sich Ihrer eigener Qualifikation nicht sicher sind, können Sie einen Klavierstimmer vor Ort aufsuchen. Möglicherweise kennt er ein paar ordentliche Klaviere in der näheren Umgebung, die zum Verkauf stehen. Vielleicht könnte er sogar für einen angemessenen Preis mit Ihnen zum Verkäufer gehen und das Instrument begutachten.

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Glück bei der Klaviersuche!

(Fortsetzung folgt)