Klavierunterricht für Groß und Klein

 

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Bei aller Vielfalt der Tasteninstrumente auf dem Markt heutzutage, ein „echtes“, ursprüngliches, akustisches Klavier oder Flügel ist und bleibt für mich die erste Wahl.  Wenn das Geld, der Platz und die Lebensbedingungen es Ihnen erlauben, sollten Sie sich als Profi- oder Hobbymusiker ein echtes Klavier gönnen. Ein elektronisches Instrument kann gerne dazu kommen, aber eben dazu. Über die Wahl eines E-Klaviers werde ich in einem von der nachfolgenden Beiträge in diesem Blog ausführlich schreiben, denn das ist ein Thema für sich. In diesem Artikel handelt es sich um die Wahl eines ganz normalen, mechanischen Klaviers.

Und zwar, eines neuen Klaviers, denn das ist für mich die erste Wahl innerhalb der ersten Wahl. Es mag stimmen, dass, zum Beispiel,  die Saiteninstrumente mit der Zeit besser werden. Die Tasteninstrumente werden es nicht. Sie altern im Laufe der Jahrzehnte. Die Mechanik funktioniert nicht mehr einwandfrei, die Filzteile verdünnen sich und verformen sich, irgendwann hält das Instrument die Stimmung nicht mehr… Man könnte sagen, mit alten Klavieren steht es ungefähr so, wie mit antiken Autos: Bei guter Pflege halten sie lange, sehen schick aus und sind funktionsfähig. Man fährt aber damit nicht in den Urlaub nach Schweden (nur als Beispiel). Ein altes Klavier ist dann sinnvoll, wenn Sie ihn entweder bereits haben und als Erinnerungsstück (oder als alten Spielgefährten) innig lieben, oder wenn Sie ein echtes Klavier haben wollen, aber für ein Neues nicht genug Geld besitzen.

 

Wie man ein gebrauchtes Instrument kauft, wird im Teil 2 beschrieben. Jetzt wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: Wo und wie kauft man ein neues Klavier?

Am besten in einem Fachgeschäft. Aber bevor Sie sich auf den Weg machen, wäre es eine gute Idee, sich selber klarzumachen, welches Instrument Sie brauchen und welche Summe Geld Ihnen dafür zu Verfügung steht. Wie wichtig ist Ihnen die Marke des Klaviers? Sein Preis? Sein Aussehen? Möchten Sie eher einen helleren oder einen weicheren Klang haben?

Wenn Sie dann bereit sind, gehen Sie in den Fachgeschäft und nehmen Sie viel Zeit mit. Wählen Sie ein Geschäft, wo Sie viele neuen und gebrauchten Klaviere sich ansehen und ausprobieren können. In meiner Umgebung wären das, zum Beispiel, Klavier Ax in Werl, Klavier & Flügel Galerie Maiwald in Kamen, Klaviere & Flügel im Konzerthaus in Dortmund…  Man findet die Adressen leicht im Internet oder in Gelben Seiten.

Zum Ausprobieren: Das muss unbedingt sein. Wenn Sie das nicht selber können, nehmen Sie jemanden mit, der das für Sie macht. Oder lassen Sie sich die Instrumente von dem Verkäufer vorführen – er wird das auf jeden Fall gerne tun. Aber auch dann berühren Sie unbedingt auch selber die Tasten; wenn Sie nicht richtig spielen können, dann klimpern Sie, das ist erlaubt. Haben Sie bloß keine Angst, lächerlich zu erscheinen. Ein Klavier zu kaufen ist eine ernste Angelegenheit. Beim Ausprobieren achten Sie auf Ihr Empfinden und versuchen Sie zu bestimmen, der Anschlag welches Instruments Ihnen am besten gefällt. Wenn das Instrument für ein Kind bestimmt ist, sollte es am liebsten leichten, differenziert Anschlag haben, um seinen zarten Fingern gerecht zu werden. Dabei hören Sie auch intensiv zu, ob der Klang für Sie angenehm ist.

Angenommen, Sie haben Ihren Wunschinstrument gefunden, das Ihnen wirklich gut gefällt. Jetzt geht es um den Preis, und der gefällt Ihnen womöglich nicht ganz so gut. Es ist nun mal so: Ein Klavier ist nicht billig. Und im Geschäft wird es normalerweise etwas teurer, als wenn Sie es privat gekauft hätten. Allerdings gibt es Vieles, was für ein Kauf des Klaviers im Fachgeschäft spricht. Es sind neue Instrumente; wenn gebrauchte Klaviere im Laden angeboten werden, dann sind sie in der Regel überholt und gestimmt. Es gibt eine Garantie, das ist sehr wichtig. Sie werden professionell beraten, nicht nur über die Klaviere selbst, sondern auch darüber, wie man sie behandelt, wo man sie am besten aufstellt, wie findet man einen Klavierstimmer, usw.  Auch für die Zukunft wissen Sie dann, wo sie einen Gesprächspartner finden.  UND das Klavier wird Ihnen geliefert. Auch wenn das extra kosten sollte, ist es das nicht wert?

Nun haben Sie das Klavier gekauft, geliefert bekommen und sogar bereits an den richtigen Ort aufgestellt (also am besten an einer Innenwand, nicht in der Nähe vom Heizkörper oder Fenster, nicht auf dem Zugluft, nicht in einem zu feuchten Raum und nicht im Raum mit schwankender Feuchtigkeit). Jetzt lassen Sie es sich am besten zwei, drei Monate sich „einleben“.  Spielen Sie ruhig darauf, aber wenn es sich verstimmt, schlagen Sie nicht sofort Alarm und ergreifen Sie keine dringenden Maßnahmen. Ein akustisches Instrument lebt in seiner Umgebung und muss sich zuerst an sie anpassen. Erst nach ein paar Monate wird es sich für Sie lohnen, einen Klavierstimmer zu holen.

Und jetzt dürfen Sie endlich frei und unbeschwert das tun, wozu Sie das Klavier angeschafft haben: Spielen, spielen, spielen. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei!

 

(Fortsetzung folgt)

 

(Das Bild stammt von pixabay.com)