Klavierunterricht für Groß und Klein

Schüler

Das Schönste in meinem Beruf ist, dass ich nicht einfach nur anderen Leuten Klavierspielen beibringe: Ich lerne auch ständig von ihnen.

Also, was habe ich alles aus dem Wintervorspiel 2014 gelernt?

  • Sieben Teilnehmer (plus ich selbst) ist es nicht zu wenig. Das Ganze hat über Dreiviertelstunde gedauert.
  • Ein Vorspiel muss unbedingt sein. Es ist ein tolles Erlebnis, es vertieft die Schüler-Lehrer-Verbindung, es hilft dem Vorspielenden, sich selber besser zu verstehen.
  • Fehlerfrei muss es nicht sein. Trotz aller Fehler, war es am letztem Samstag sehr schön!
  • Es ist in Ordnung, dass eine Schülerin das Stück ihrer Träume sich vornimmt, obwohl es viel zu schwer für sie ist. Ich werde es weiter ermutigen. Aber ab jetzt achte ich darauf, dass es nicht vorgespielt wird. Denn mit so einem Stück massiv zu scheitern, ist nicht die Art Erfahrung, die ich für meine SchülerInnen wünsche.

Ich habe wunderbare Schüler und Schülerinnen. Ich freue mich riesig, dass sie immer größere Fortschritte machen und die Freude am Spielen nicht verlieren. Ich bin sehr stolz auf sie.

 

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Klavierunterricht in sich ist eine wunderbare Sache, aber ohne Höhepunkte könnte er vielleicht ein wenig fade sein. Das Vorspiel kann zu so einem Höhepunkt werden.  Einfach nur musizieren, für sich alleine, ist wunderbar und macht glücklich. Anderen Leuten vorzuspielen ist sogar mehr als das: Es ist eine extreme Situation, voller Adrenalin und unbeschreibliche Gefühle. Ich bereue nicht, dass ich damit angefangen habe, kleine Konzerte meiner Schüler füreinander und für eingeladene Gäste zu veranstalten. Dabei entstehen aber auch einige organisatorische Probleme.

Zum Beispiel, wie finde ich einen geeigneten Termin?

Nachdem ich mich ein paar Mal gequält habe in vergeblichen Versuchen den einen Termin zu finden, der allen Schülern und Eltern passt, habe ich meine jetzige Methode gefunden und bin glücklich damit.

Ich erbitte von unserem Gastgeber – einer wundervollen freikirchlichen Gemeinde – zwei, drei oder vier potenziellen Termine. (In diesem Jahr waren es sogar fünf!) Ich schreibe sie in einer Reihe und mache daraus eine Tabellenzeile. Danach bitte ich alle Eltern, ihr Kind in alle Terminspalten einzutragen, die für sie vorstellbar wären. Am Ende bleibt mir nur noch nachzuzählen, in welcher Spalte die meisten Namen stehen. Den Termin halte ich fest für das Vorspiel. Man bleibt objektiv und muss sich nicht schuldig fühlen, wenn jemand diesmal nicht vorspielen kann, weil er oder sie am meistgewählten Tag nicht konnte: es ist leider so, aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal.

 

 

Zur zeit habe ich wieder mehrere junge SchülerInnen im Alter von 6 bis 8 Jahre. Für sie alle stimmt die Tatsache, die ich in den vergangenen Jahre bereits sehr oft beobachtet habe: Kindern bis ins Teenageralter fällt es unheimlich schwer, ein Stück in Abschnitte zu zerteilen und „stückchenweise“ zu üben. Eigentlich können sie das überhaupt nicht.  Um sich selbst daran zu erinnern, dass das absolut normal und gesund ist, habe ich beschlossen, ein kleines altes Buch nochmal zu lesen, das ich von meiner Studienzeit kenne. Ich werde nun eine Zeit lang  die Stellen daraus zitieren, die ich für besonders interessant und nützlich halte.

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Manchmal möchte man meckern, einfach so, ohne Grund. Ich habe ein paar wirklich kreative SchülerInnen, mit denen das Musizieren echt interessant sein kann. Aber sie sprudeln nur so von Ideen, und Disziplin ist nicht unbedingt die größte Stärke. Eine Stunde kann da ziemlich anstrengend sein. Und schon fühlt man sich frustriert, mit den Kindern und mit sich selber unzufrieden, und schon wünscht man sich mehr fleißige und folgsame Schüler.

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Oft höre ich, wenn ich einen neuen Schüler kennenlerne: Mein Kind zeigt Interesse oder den Willen, Klavier spielen zu lernen. Aber Sie müssen zuerst ganz bestimmt seine musikalische Fähigkeiten prüfen, oder? Um zu sehen, ob es da was wird?(!!!)

Ist mein Kind musikalisch?

Ja, selbstverständig, natürlich, aber sicher doch!!! Es gibt eigentlich nur musikalische Kinder. Jedes Kind ist dazu fähig, Musik auf verschiedenen Wegen zu erleben: Auf dem Weg des Hörens, also „passiv“.  Auf dem Weg der Bewegung zur Musik, aktiv, mit vollem Körpereinsatz, ein sehr schöner und absolut kindgerechter Weg. Und der schönste Weg, das selbständige Musizieren, der schwierigste aber auch der freudvollste Weg.

Man sollte dem Kind diese Freude am eigenen Musizieren dadurch nicht verderben, dass man es ständig abschätzend anschaut und überlegt: Ob es etwas daraus wird? Was soll denn daraus werden? Ein Mozart? Wohl kaum, sonst wüssten Sie es schon, Genialität ist meist offensichtig. Ein Berufsmusiker? Kommt vor, sollte aber nicht zum  einzigen Ziel des Musikunterrichts werden, und schon gar nicht bei einem Kind. Ein begeisterter Klavierspieler-Amateur, der in seine freie Zeit und nach Herzenslust viele schöne Stunden beim Musizieren erleben kann? Das kann jeder, nach seinem Maß.

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