Klavierunterricht für Groß und Klein

Klavier

 

piano-462322__180

Im Teil 1 haben wir geklärt, wie man sich ein neues Klavier aussucht. Jetzt wollen wir mit der Wahl eines gebrauchten akustischen Klaviers beschäftigen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie sich ein neues Klavier nicht leisten können, dann bleibt es Ihnen die Option, ein Gebrauchtes zu suchen. Sie können es entweder im Klavierfachhandel finden, oder privat. Ich persönlich finde es im Geschäft besser, sicherer und bequemer, als privat.   Ich zitiere mich selbst, aus dem Teil 1 dieses Artikels:

Vieles spricht für ein Kauf eines Klaviers im Fachgeschäft. Wenn gebrauchte Klaviere im Laden angeboten werden, dann sind sie in der Regel überholt und gestimmt. Es gibt eine Garantie, das ist sehr wichtig. Sie werden professionell beraten, nicht nur über die Klaviere selbst, sondern auch darüber, wie man sie behandelt, wo man sie am besten aufstellt, wie findet man einen Klavierstimmer, usw.  Auch für die Zukunft wissen Sie dann, wo sie einen Gesprächspartner finden.  UND das Klavier wird Ihnen geliefert. Auch wenn das extra kosten sollte, ist es das nicht wert?

Das einzige, was dagegen sprechen könnte, ist die Preisfrage. Die Hoffnung, bei einem Privatverkäufer ein ganz tolles Instrument zum Schnäppchenpreis zu finden, stirbt als letzte. Und das ist auch möglich. Das habe ich auch schon mal geschafft. Wer sucht, der findet sehr viele Anzeigen in lokalen Zeitungen und im Internet. Das Angebot scheint riesig zu sein. Es gibt dabei allerdings einiges zu bedenken.

Weiterlesen

 

piano-233684__180

Bei aller Vielfalt der Tasteninstrumente auf dem Markt heutzutage, ein „echtes“, ursprüngliches, akustisches Klavier oder Flügel ist und bleibt für mich die erste Wahl.  Wenn das Geld, der Platz und die Lebensbedingungen es Ihnen erlauben, sollten Sie sich als Profi- oder Hobbymusiker ein echtes Klavier gönnen. Ein elektronisches Instrument kann gerne dazu kommen, aber eben dazu. Über die Wahl eines E-Klaviers werde ich in einem von der nachfolgenden Beiträge in diesem Blog ausführlich schreiben, denn das ist ein Thema für sich. In diesem Artikel handelt es sich um die Wahl eines ganz normalen, mechanischen Klaviers.

Und zwar, eines neuen Klaviers, denn das ist für mich die erste Wahl innerhalb der ersten Wahl. Es mag stimmen, dass, zum Beispiel,  die Saiteninstrumente mit der Zeit besser werden. Die Tasteninstrumente werden es nicht. Sie altern im Laufe der Jahrzehnte. Die Mechanik funktioniert nicht mehr einwandfrei, die Filzteile verdünnen sich und verformen sich, irgendwann hält das Instrument die Stimmung nicht mehr… Man könnte sagen, mit alten Klavieren steht es ungefähr so, wie mit antiken Autos: Bei guter Pflege halten sie lange, sehen schick aus und sind funktionsfähig. Man fährt aber damit nicht in den Urlaub nach Schweden (nur als Beispiel). Ein altes Klavier ist dann sinnvoll, wenn Sie ihn entweder bereits haben und als Erinnerungsstück (oder als alten Spielgefährten) innig lieben, oder wenn Sie ein echtes Klavier haben wollen, aber für ein Neues nicht genug Geld besitzen.

Weiterlesen

 

clavichord-37639__180

Eine sehr wichtige Frage:

Ist es egal, was man spielt: Klavier, E-Klavier oder Keyboard? Was ist besser?

Vor 4 Jahren musste ich mich von meinem geliebten mechanischen Klavier trennen. Ich war darauf nicht vorbereitet, dass es so schmerzhaft sein wird. Als ob du einen Freund verloren hättest. Das hat gedauert, bis ich mein neues hochwertiges elektronisches Instrument akzeptiert und (noch später) einigermaßen lieb gewonnen habe.

Kein Pianist, der mit einem echten Klavier aufgewachsen ist, wird es freiwillig gegen ein elektrisches tauschen. Das Problem ist, manchmal muss es sein. In einer Mietwohnung zu leben und vernünftig zu üben, ohne dass sich die Nachbarn beschweren, ist fast unmöglich. Ein E-Klavier kann man leise drehen oder mit Kopfhörer spielen.

Also:

Ein „echtes“ Klavier ist das Beste, aber nur für diejenigen, die keine Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen. Nachteil: zweimal im Jahr müssen Sie den Stimmer bezahlen.

Ein E-Klavier ist eine gute universelle Lösung für ein Mietshaus. Nachteile: Es verbraucht etwas Strom; die Reparatur ist zwar möglich, aber es kommt sehr auf Ihr  Wohnort an.

Ein Keyboard… Gut, es gibt viele Leute, für die es genau das Richtige ist. Man muss schon die Technik mögen, man muss bereit sein, die vielfältige Funktionen des Keyboards zu studieren und zu nutzen. Es ist nun mal nicht mein Ding.

 

Ist es egal, ob ich ein billiges Instrument nehme oder ein teures?

Leider nein.

Wenn Sie ein „echtes“ Klavier suchen, kaufen Sie am besten ein neues. Tasteninstrumente, anders als Streichinstrumente, altern und zeigen deutlich ihre Alterserscheinungen. Sie können natürlich Glück haben und ein wunderbares gebrauchtes Instrument bekommen, es wird aber auch seinen Preis haben. Und jedes Angebot sollten Sie unbedingt sehr gründlich selbst prüfen. Probieren Sie jede Taste, spielen Sie Oktaven und Harmonien, machen Sie das  Instrument auf und sehen Sie sich die Mechanik an. Wenn Sie keine Erfahrung mit Klavieren haben, nehmen Sie jemanden mit, der sie hat.

 

(Das Bild stammt von pixabay.com)

 

music-277278__180

Bevor ich über das eigentliche Thema schreibe, möchte ich etwas erwähnen, was mir sehr nah liegt (und mit jedem Unterrichtsjahr immer näher, wie es scheint).

Lieber Eltern, lieber Klavierschüler jedes Alters! Bitte, kaufen Sie sich ab und an Notenbücher! Verlassen Sie sich nicht darauf, dass in einem Buch alle Stücke zu finden sind, die sie brauchen. Verlassen Sie sich auch nicht darauf, dass ihr(e) Klavierlehrer(in) genügend Bücher besitzt und man immer etwas daraus kopieren kann. Klar kann man das. Und nachher hat man ein kopiertes Blatt, dass herum fliegt, zunehmend zerknittert und schmierig aussieht und eigentlich keinen Wert besitzt. Gönnen Sie sich das Vergnügen, ein echtes Buch in die Hand zu nehmen. Ich glaube, das ist eine Frage von Respekt und Wertschätzung  gegenüber dem Stück, seinem Verfasser und auch gegenüber sich selbst. Die Notenbücher kosten, natürlich, Geld. Manch einer könnte sagen: Ich kann mir doch nicht so einen Luxus gar nicht leisten! Meine Lieben, Klavierunterricht ist Luxus. Klavier (oder ein anderes Musikinstrument) zu spielen ist ein Luxus, denn wir brauchen es fürs Überleben nicht, soviel ist klar. (Außer man ist ein Profi.) Außerdem kosten die Bücher nicht die Welt.

Wenn Sie sich oder Ihren Kindern schon diesen Luxus gönnen, dann seihen Sie konsequent und holen Sie sich alles, was dazu gehört. Es lohnt sich, glauben Sie mir.

Also, halten wer es für beschlossen: Wir wollen Notenbücher kaufen. Dann stellen sich für uns einige Fragen.

Erstens: Wo kauft man Bücher?

Weiterlesen

Diesen Text habe ich im Blog von Elissa Milne gefunden. Sie ist eine wunderbare Pianistin und Klavierlehrerin aus Australien. Hier können Sie es im Original lesen: http://elissamilne.wordpress.com/

Mit ihrer Erlaubnis fange ich heute damit an, das „Manifestum“ zu übersetzen. Viel Spaß beim Lesen!

 

people-316500__180

Wofür braucht man Klavierunterricht?

1. Klavierunterricht ist dafür da, um zu lernen, wie man coole Sachen auf dem Klavier macht.

Bereits in den ersten Stunden kann man solche Coole Sachen machen:

– Bekannte Melodien spielen

– Glissandi spielen

– Das rechte Pedal benutzen

 

Später, wenn man mehr gelernt hat, kommen viele andere Möglichkeiten dazu, zum Beispiel:

– Melodie und Begleitung im richtigen Verhältnis zueinander spielen

– Zwei Stimmen mit einer Hand spielen

– Tonalität und Modulation beherrschen

– Unterschiedliche Begleitmuster erkennen und spielen lernen, nach Noten und nach Gehör

– Unterschiedliche Akkorde und Akkordreihen bilden lernen

– Eine chromatische Tonleiter spielen lernen – schnell!

– Tonleiter in Parallelbewegung, in Gegenbewegung, in Terzen und Sexten spielen

– Pianistische Artikulation einsetzen und dadurch differenzierter spielen können

Weiterlesen

***

„Können Sie Klavier spielen?“

„Weiß nicht. Nie probiert“

***

Ein Junge übt Klavier. Ein Bekannter ruft von der Straße:

„Sind deine Eltern zu Hause?“

Der Junge antwortet mürrisch:

„Dumme Frage!“

***

„Meine Tochter spielt Klavier wie Martha Algerich!“

„Wirklich?!“

„Aber ja! Mit beiden Händen!“

***

„Wie findest du mein Spiel?“

„Christlich.“

„Wie meinst du es?“

„Die Linke Hand weiß nicht, was die Rechte tut.“

***

„Lieben Sie Klaviermusik?“ – fragte ein Pianist den Mark Twain.

„Sehr“, antwortete der Schriftsteller. „Einmal hat mir ein Klavier das Leben gerettet.“

„Wie denn?“

„Der Fluss war über die Ufer getreten. Als das Wasser den ersten Stock unseres Hauses erreichte, schwamm mein Vater auf einer Kommode davon. Ich habe ihn auf dem Klavier begleitet.“

 

Christoph Peter schreibt weiter:

Beim kleinen Kind ist dieses Üben noch nicht notwendig, da es unmittelbar nachahmt. Bei ihm ist alles Spiel. Jetzt soll ein Üben, aber ein spielendes (nicht spielerisches) Üben einsetzen. Der Wechsel, der Atem wird im zugrunde gelegt. Die Wiederholung kleiner Melodiestrecken im Singen im Singen und im Instrumentalunterricht ermöglichen das Lernen. Doch dürfen diese nicht offen und unfertig sein. Nur die ausgewogene musikalische Phrase, die – musikalisch gesprochen – Ein- und Ausatmen in sich vereint, kann öfter eingesetzt werden. Man kann eine Klasse Zehnjährige in kürzester Zeit in Unordnung bringen, wenn man musikalische Phrasen willkürlich unterbricht und nicht nach einer organischen, d. h. dem Metrum des Stückes entsprechenden Pause, wieder einsetzt.  Eine wahllos zerstückte Melodie zu üben, fällt schon einem Erwachsenen schwer; dem Kind ist es fast unmöglich, wenn es nicht rein mechanisch die Sache bewältigen soll. Der Verstand müsste sich zu stark betätigen, statt dass ihm das Üben selbst zur Kunst wird. So finden die Gegenpole Atem und Bewusstsein im künstlerischen Üben ihren Ausgleich.“

Für alle neugierige und einigermaßen erwachsene (12+) Klavierspieler kann ich keine bessere Freizeitlektüre empfehlen als das großartige Buch von Dieter Hildebrandt Pianoforte: Der Roman des Klaviers im 19. Jahrhundert„, zusammen mit der Fortsetzung  „Piano, piano! Der Roman des Klaviers im 20. Jahrhundert“. Das ist eine lebendige, spannende, umfassende und liebevoll erzählte Geschichte des Klavierspiels. Das Buch liest sich wie ein guter Roman und hilft dem Leser, das Instrument wie einen guten Freund zu verstehen und mögen (oder nicht).

Weiterlesen

Aktuelles