Klavierunterricht für Groß und Klein

Klavier spielen lernen

Diesen Text habe ich im Blog von Elissa Milne gefunden. Sie ist eine wunderbare Pianistin und Klavierlehrerin aus Australien. Hier können Sie es im Original lesen: http://elissamilne.wordpress.com/

Mit ihrer Erlaubnis fange ich heute damit an, das „Manifestum“ zu übersetzen. Viel Spaß beim Lesen!

 

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Wofür braucht man Klavierunterricht?

1. Klavierunterricht ist dafür da, um zu lernen, wie man coole Sachen auf dem Klavier macht.

Bereits in den ersten Stunden kann man solche Coole Sachen machen:

– Bekannte Melodien spielen

– Glissandi spielen

– Das rechte Pedal benutzen

 

Später, wenn man mehr gelernt hat, kommen viele andere Möglichkeiten dazu, zum Beispiel:

– Melodie und Begleitung im richtigen Verhältnis zueinander spielen

– Zwei Stimmen mit einer Hand spielen

– Tonalität und Modulation beherrschen

– Unterschiedliche Begleitmuster erkennen und spielen lernen, nach Noten und nach Gehör

– Unterschiedliche Akkorde und Akkordreihen bilden lernen

– Eine chromatische Tonleiter spielen lernen – schnell!

– Tonleiter in Parallelbewegung, in Gegenbewegung, in Terzen und Sexten spielen

– Pianistische Artikulation einsetzen und dadurch differenzierter spielen können

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Christoph Peter schreibt weiter:

Beim kleinen Kind ist dieses Üben noch nicht notwendig, da es unmittelbar nachahmt. Bei ihm ist alles Spiel. Jetzt soll ein Üben, aber ein spielendes (nicht spielerisches) Üben einsetzen. Der Wechsel, der Atem wird im zugrunde gelegt. Die Wiederholung kleiner Melodiestrecken im Singen im Singen und im Instrumentalunterricht ermöglichen das Lernen. Doch dürfen diese nicht offen und unfertig sein. Nur die ausgewogene musikalische Phrase, die – musikalisch gesprochen – Ein- und Ausatmen in sich vereint, kann öfter eingesetzt werden. Man kann eine Klasse Zehnjährige in kürzester Zeit in Unordnung bringen, wenn man musikalische Phrasen willkürlich unterbricht und nicht nach einer organischen, d. h. dem Metrum des Stückes entsprechenden Pause, wieder einsetzt.  Eine wahllos zerstückte Melodie zu üben, fällt schon einem Erwachsenen schwer; dem Kind ist es fast unmöglich, wenn es nicht rein mechanisch die Sache bewältigen soll. Der Verstand müsste sich zu stark betätigen, statt dass ihm das Üben selbst zur Kunst wird. So finden die Gegenpole Atem und Bewusstsein im künstlerischen Üben ihren Ausgleich.“

Manchmal möchte man meckern, einfach so, ohne Grund. Ich habe ein paar wirklich kreative SchülerInnen, mit denen das Musizieren echt interessant sein kann. Aber sie sprudeln nur so von Ideen, und Disziplin ist nicht unbedingt die größte Stärke. Eine Stunde kann da ziemlich anstrengend sein. Und schon fühlt man sich frustriert, mit den Kindern und mit sich selber unzufrieden, und schon wünscht man sich mehr fleißige und folgsame Schüler.

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Wie lange dauert es, bis man wirklich Klavier spielen kann?

 

Unterschiedlich, je nach Ziel, Aufwand und Fähigkeiten.

 

Ziel

Wenn man einfache Liedchen und lustige Kinderstückchen spielen möchte, dazu ein bisschen Notenlernen, und sich damit zufrieden gibt, dann reicht ein Jahr.

Wenn man bestrebt, einfache bis etwas weniger einfache originale klassische Stücke und einfache Pop-Musik  spielen zu können, und sich damit zufrieden gibt, dann kann man nach 3-4 Jahren mit dem Unterricht aufhören.

Wenn man aber sich damit nicht zufrieden gibt, sondern wirklich an dem unendlichen Reichtum der Klavierliteratur teil haben will und richtig schöne und interessante Musik im Spielen genießen möchte, dann sollte man eine längere Reise angehen. Ich bin der Meinung, dass es mindestens 7 Jahre sein sollten.

Wenn man noch mehr will, dann stellt sich diese Frage gar nicht mehr.

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