Klavierunterricht für Groß und Klein

Manchmal möchte man meckern, einfach so, ohne Grund. Ich habe ein paar wirklich kreative SchülerInnen, mit denen das Musizieren echt interessant sein kann. Aber sie sprudeln nur so von Ideen, und Disziplin ist nicht unbedingt die größte Stärke. Eine Stunde kann da ziemlich anstrengend sein. Und schon fühlt man sich frustriert, mit den Kindern und mit sich selber unzufrieden, und schon wünscht man sich mehr fleißige und folgsame Schüler.

Auf der anderen Seite habe ich ein paar sehr wohlerzogene Mädels, die alles machen, was ich sage, die aber sich keine eigene Melodie ausdenken können, mit denen das Improvisieren einfach nicht klappt, die sich nichts trauen. Was macht man nach eine wenig erfolgreichen Stunde mit einer von ihnen? Klar doch, man fühlt sich frustriert und wünscht sich mehr kreative Schüler.

Und dann kommt man zu Vernunft und denkt: Warum eigentlich? Wäre es nicht besser, für jede Schülerin und jeden Schüler dankbar zu sein und jedem genau das geben, was er/sie braucht und wozu er/sie befähigt ist, jedem nach seinem Maß? Ich bin hier die Lehrerin, ich bin für sie da, ich kenne sie und bin für sie verantwortlich, nicht sie für mich.

Dann kommt die Welt allmählich wieder in Ordnung, und ich liebe und akzeptiere meine Schüler weiterhin genauso wie sie sind.