Klavierunterricht für Groß und Klein

Zur zeit habe ich wieder mehrere junge SchülerInnen im Alter von 6 bis 8 Jahre. Für sie alle stimmt die Tatsache, die ich in den vergangenen Jahre bereits sehr oft beobachtet habe: Kindern bis ins Teenageralter fällt es unheimlich schwer, ein Stück in Abschnitte zu zerteilen und „stückchenweise“ zu üben. Eigentlich können sie das überhaupt nicht.  Um sich selbst daran zu erinnern, dass das absolut normal und gesund ist, habe ich beschlossen, ein kleines altes Buch nochmal zu lesen, das ich von meiner Studienzeit kenne. Ich werde nun eine Zeit lang  die Stellen daraus zitieren, die ich für besonders interessant und nützlich halte.

Es handelt sich um das Buch Zum Phänomen der Pause und der Wiederholung in der Musik, geschrieben von einem begnadeten Waldorfschulmusiklehrer Christoph Peter im Jahre 1955 und veröffentlicht 1986.

Hier ist die erste Zitat:

„Die Art der Wiederholung kann der Lehrer – wie alles Unterrichten und Erziehen – aus der Kunst lernen. Wie das Thema einer Sonate oder eines Rondos, das der Hörer bei seinem Wiederauftreten erkennt, bei ihm Freude hervorruft, weil er sich nicht nur mit seinem Verstand, sondern auch mit seinem Gefühl und seinem Willen mit ihm verbunden hat, so sollte die Wiederholung eines Stoffgebietes nicht mechanische Gedächtnis-Repetition sein. Gefühlswerte, die bei dem ersten Durchnehmen angeregt wurden, müssen wieder anklingen. Dann verbinden sich die Schüler nicht nur mit ihrem Kopf, sondern mit ihrer ganzen Persönlichkeit mit dem dargestellten Stoff.

So ist die Beziehung der Wiederholung zum Bewusstsein und zum Atem festgestellt. Beides verknüpft sich mit ihr in dem praktischen musikalischen Üben, das jetzt für das Kind immer wichtiger wird.“

Fortsetzung folgt.