Klavierunterricht für Groß und Klein

Unterrichtsfragen

Es erscheint doch so einfach – es gibt nur noch fünf Linien, es gibt ein klares Bild, das die Musik auf dem Notenblatt wiedergibt, es gibt nur sieben Noten in der Tonleiter. Und doch sieht man als Musiklehrer immer wieder, wie schwierig es einem Anfänger fällt, das Spiel nach Noten zu erlernen. Warum ist es so?

Auf der Tastatur sind hohe Töne rechts, tiefe Töne links. Auf dem Notenbild sind sie aber oben und unten. Versuchen Sie mal ohne Vorkenntnisse und Erfahrung diese zwei Koordinatensysteme zu vereinen! Unmöglich.

Eine Voraussetzung dafür muss zuerst entwickelt werden: die Melodie, die man hört, singt oder spielt, muss für den Musizierenden überhaupt räumlich vorstellbar sein. Der erste Begriff, der erarbeitet werden muss, wäre die Tonhöhe. Welche Töne sind tiefer, als die anderen, welche höhe? Wohin geht die Melodie gerade, nach oben oder nach unten? Welche Töne wiederholen sich auf der gleichen Höhe? Was genau bedeuten diese Unterschiede in den Abständen zwischen den einzelnen Noten?

Dann die Tonhöhe. Nicht nur die Position des Notenkopfes auf der Tastatur soll man beachten, sondern auch wie die Note aussieht! Ob der Kopf schwarz oder weiß ist, ob der Hals vorhanden ist, irgendwelche Flaggen und Balken, Punkte… Es gibt einfach zu viele Dinge auf einmal, die beachtet werden müssen.

Wie lernt man es dann? Können alle Menschen es lernen, nach Noten zu spielen, oder ist das nur etwas für besonders Begabten?

Jeder kann das lernen, wenn er oder sie es braucht oder will. Man kann sich Hilfe bei einem Lehrer holen oder auch aus den Büchern oder aus dem Netz. Entschlossenheit und Üben sind dabei unerlässlich. Vor Allem aber braucht man Zeit und Geduld, um die nötige Erfahrung aufzubauen. Je öfter man es trotzt aller Schwierigkeiten versucht, nach Noten zu spielen, je schnelle kommt das Können. Und nichts überstürzen. Vom Einfachen zum Komplizierten!

Heute ist mein erster voller Arbeitsmontag des Jahres. Sehr aufregend! Montag ist immer ein besonderer Tag, immer ein neuer Anfang.

Es ist eine Gelegenheit für mich, nochmal in Bewusstsein zu bringen, wofür ich das alles eigentlich mache. Wofür also? Was will ich erreichen?

Ich will ein erfülltes Leben führen, indem ich das tue, wofür ich in diese Welt gekommen bin, und dabei glücklich sein. Ich bin in die Welt gekommen, um die anderen zu ermutigen, sich mit dem Schönen zu beschäftigen. Besonders gut kann ich das im individuellen Klavierunterricht.

Wann bin ich denn glücklich im Unterricht?

Ich bin glücklich, wenn der Schüler/die Schülerin gerne spielt und (jeder nach seinem Maß) Fortschritte macht. Wenn er/sie Freude an der Musik und Selbstvertrauen erlangen. Wenn er/sie das Schöne für sich entdeckt. Das alles gibt meiner Arbeit Sinn.

Ich werde mich weiterhin bemühen, meine Arbeit gut zu tun. Allerdings ist das, was in der Stunde passiert oder erlebt wird, bei weitem nicht alles. Meine Schüler müssen Fortschritte machen, erst dann können sie nämlich Musik genießen. Freude kommt beim Üben. Ich möchte im neuen Jahr ganz besonders darauf achten, ob und wie meine Schüler üben.

(Fortsetzung folgt)

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Ab und zu sollte man als Musiklehrer(in) sich die Frage stellen: Wozu mache ich das eigentlich? Um jemandem Klavierspiel beizubringen? Und warum sollte man überhaupt Klavier (oder ein anderes Instrument) spielen können? Wäre es nicht besser, die kostbare Zeit für etwas praktisches, nützliches, erfolgversprechendes zu verwenden, zum Beispiel, Mathe oder Wirtschaftslehre?

Und doch hat das Klavierspielen einen großen Nutzen für uns. Für mich hat es vor allem mit der Kreativität zu tun, die das Musizieren mit sich bringt; oder zu der uns das Musizieren eine Tür öffnet. Kreativität – also, wie es im Wörterbuch steht, die „schöpferische Kraft, kreatives Vermögen“, also das, was uns ermöglicht, Neues in jedem Lebensbereich zu erschaffen. Erfindungsreichtum, Vorstellungskraft, Fantasie, Empfindungsvermögen – das alles beinhaltet die Kreativität. Das sind aber auch die Eigenschaften, durch die wir unser Leben in voller Intensität erleben können. Sie erlauben uns, über die grenze des bloßen Funktionieren hinauszugehen und glücklich zu sein.

 

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Zur zeit habe ich wieder mehrere junge SchülerInnen im Alter von 6 bis 8 Jahre. Für sie alle stimmt die Tatsache, die ich in den vergangenen Jahre bereits sehr oft beobachtet habe: Kindern bis ins Teenageralter fällt es unheimlich schwer, ein Stück in Abschnitte zu zerteilen und „stückchenweise“ zu üben. Eigentlich können sie das überhaupt nicht.  Um sich selbst daran zu erinnern, dass das absolut normal und gesund ist, habe ich beschlossen, ein kleines altes Buch nochmal zu lesen, das ich von meiner Studienzeit kenne. Ich werde nun eine Zeit lang  die Stellen daraus zitieren, die ich für besonders interessant und nützlich halte.

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Manchmal möchte man meckern, einfach so, ohne Grund. Ich habe ein paar wirklich kreative SchülerInnen, mit denen das Musizieren echt interessant sein kann. Aber sie sprudeln nur so von Ideen, und Disziplin ist nicht unbedingt die größte Stärke. Eine Stunde kann da ziemlich anstrengend sein. Und schon fühlt man sich frustriert, mit den Kindern und mit sich selber unzufrieden, und schon wünscht man sich mehr fleißige und folgsame Schüler.

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