Klavierunterricht für Groß und Klein

Häufige Fragen

 

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Im Teil 1 haben wir geklärt, wie man sich ein neues Klavier aussucht. Jetzt wollen wir mit der Wahl eines gebrauchten akustischen Klaviers beschäftigen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie sich ein neues Klavier nicht leisten können, dann bleibt es Ihnen die Option, ein Gebrauchtes zu suchen. Sie können es entweder im Klavierfachhandel finden, oder privat. Ich persönlich finde es im Geschäft besser, sicherer und bequemer, als privat.   Ich zitiere mich selbst, aus dem Teil 1 dieses Artikels:

Vieles spricht für ein Kauf eines Klaviers im Fachgeschäft. Wenn gebrauchte Klaviere im Laden angeboten werden, dann sind sie in der Regel überholt und gestimmt. Es gibt eine Garantie, das ist sehr wichtig. Sie werden professionell beraten, nicht nur über die Klaviere selbst, sondern auch darüber, wie man sie behandelt, wo man sie am besten aufstellt, wie findet man einen Klavierstimmer, usw.  Auch für die Zukunft wissen Sie dann, wo sie einen Gesprächspartner finden.  UND das Klavier wird Ihnen geliefert. Auch wenn das extra kosten sollte, ist es das nicht wert?

Das einzige, was dagegen sprechen könnte, ist die Preisfrage. Die Hoffnung, bei einem Privatverkäufer ein ganz tolles Instrument zum Schnäppchenpreis zu finden, stirbt als letzte. Und das ist auch möglich. Das habe ich auch schon mal geschafft. Wer sucht, der findet sehr viele Anzeigen in lokalen Zeitungen und im Internet. Das Angebot scheint riesig zu sein. Es gibt dabei allerdings einiges zu bedenken.

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Bei aller Vielfalt der Tasteninstrumente auf dem Markt heutzutage, ein „echtes“, ursprüngliches, akustisches Klavier oder Flügel ist und bleibt für mich die erste Wahl.  Wenn das Geld, der Platz und die Lebensbedingungen es Ihnen erlauben, sollten Sie sich als Profi- oder Hobbymusiker ein echtes Klavier gönnen. Ein elektronisches Instrument kann gerne dazu kommen, aber eben dazu. Über die Wahl eines E-Klaviers werde ich in einem von der nachfolgenden Beiträge in diesem Blog ausführlich schreiben, denn das ist ein Thema für sich. In diesem Artikel handelt es sich um die Wahl eines ganz normalen, mechanischen Klaviers.

Und zwar, eines neuen Klaviers, denn das ist für mich die erste Wahl innerhalb der ersten Wahl. Es mag stimmen, dass, zum Beispiel,  die Saiteninstrumente mit der Zeit besser werden. Die Tasteninstrumente werden es nicht. Sie altern im Laufe der Jahrzehnte. Die Mechanik funktioniert nicht mehr einwandfrei, die Filzteile verdünnen sich und verformen sich, irgendwann hält das Instrument die Stimmung nicht mehr… Man könnte sagen, mit alten Klavieren steht es ungefähr so, wie mit antiken Autos: Bei guter Pflege halten sie lange, sehen schick aus und sind funktionsfähig. Man fährt aber damit nicht in den Urlaub nach Schweden (nur als Beispiel). Ein altes Klavier ist dann sinnvoll, wenn Sie ihn entweder bereits haben und als Erinnerungsstück (oder als alten Spielgefährten) innig lieben, oder wenn Sie ein echtes Klavier haben wollen, aber für ein Neues nicht genug Geld besitzen.

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Eine sehr wichtige Frage:

Ist es egal, was man spielt: Klavier, E-Klavier oder Keyboard? Was ist besser?

Vor 4 Jahren musste ich mich von meinem geliebten mechanischen Klavier trennen. Ich war darauf nicht vorbereitet, dass es so schmerzhaft sein wird. Als ob du einen Freund verloren hättest. Das hat gedauert, bis ich mein neues hochwertiges elektronisches Instrument akzeptiert und (noch später) einigermaßen lieb gewonnen habe.

Kein Pianist, der mit einem echten Klavier aufgewachsen ist, wird es freiwillig gegen ein elektrisches tauschen. Das Problem ist, manchmal muss es sein. In einer Mietwohnung zu leben und vernünftig zu üben, ohne dass sich die Nachbarn beschweren, ist fast unmöglich. Ein E-Klavier kann man leise drehen oder mit Kopfhörer spielen.

Also:

Ein „echtes“ Klavier ist das Beste, aber nur für diejenigen, die keine Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen. Nachteil: zweimal im Jahr müssen Sie den Stimmer bezahlen.

Ein E-Klavier ist eine gute universelle Lösung für ein Mietshaus. Nachteile: Es verbraucht etwas Strom; die Reparatur ist zwar möglich, aber es kommt sehr auf Ihr  Wohnort an.

Ein Keyboard… Gut, es gibt viele Leute, für die es genau das Richtige ist. Man muss schon die Technik mögen, man muss bereit sein, die vielfältige Funktionen des Keyboards zu studieren und zu nutzen. Es ist nun mal nicht mein Ding.

 

Ist es egal, ob ich ein billiges Instrument nehme oder ein teures?

Leider nein.

Wenn Sie ein „echtes“ Klavier suchen, kaufen Sie am besten ein neues. Tasteninstrumente, anders als Streichinstrumente, altern und zeigen deutlich ihre Alterserscheinungen. Sie können natürlich Glück haben und ein wunderbares gebrauchtes Instrument bekommen, es wird aber auch seinen Preis haben. Und jedes Angebot sollten Sie unbedingt sehr gründlich selbst prüfen. Probieren Sie jede Taste, spielen Sie Oktaven und Harmonien, machen Sie das  Instrument auf und sehen Sie sich die Mechanik an. Wenn Sie keine Erfahrung mit Klavieren haben, nehmen Sie jemanden mit, der sie hat.

 

(Das Bild stammt von pixabay.com)

 

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Bevor ich über das eigentliche Thema schreibe, möchte ich etwas erwähnen, was mir sehr nah liegt (und mit jedem Unterrichtsjahr immer näher, wie es scheint).

Lieber Eltern, lieber Klavierschüler jedes Alters! Bitte, kaufen Sie sich ab und an Notenbücher! Verlassen Sie sich nicht darauf, dass in einem Buch alle Stücke zu finden sind, die sie brauchen. Verlassen Sie sich auch nicht darauf, dass ihr(e) Klavierlehrer(in) genügend Bücher besitzt und man immer etwas daraus kopieren kann. Klar kann man das. Und nachher hat man ein kopiertes Blatt, dass herum fliegt, zunehmend zerknittert und schmierig aussieht und eigentlich keinen Wert besitzt. Gönnen Sie sich das Vergnügen, ein echtes Buch in die Hand zu nehmen. Ich glaube, das ist eine Frage von Respekt und Wertschätzung  gegenüber dem Stück, seinem Verfasser und auch gegenüber sich selbst. Die Notenbücher kosten, natürlich, Geld. Manch einer könnte sagen: Ich kann mir doch nicht so einen Luxus gar nicht leisten! Meine Lieben, Klavierunterricht ist Luxus. Klavier (oder ein anderes Musikinstrument) zu spielen ist ein Luxus, denn wir brauchen es fürs Überleben nicht, soviel ist klar. (Außer man ist ein Profi.) Außerdem kosten die Bücher nicht die Welt.

Wenn Sie sich oder Ihren Kindern schon diesen Luxus gönnen, dann seihen Sie konsequent und holen Sie sich alles, was dazu gehört. Es lohnt sich, glauben Sie mir.

Also, halten wer es für beschlossen: Wir wollen Notenbücher kaufen. Dann stellen sich für uns einige Fragen.

Erstens: Wo kauft man Bücher?

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Ferienanfang. Ein komisches Gefühl. Ist jetzt schon zweiwöchige Pause? Wir haben doch gerade angefangen, oder?

Aber alle freuen sich. Meine Schüler freuen sich auf die Pause, und ich, ehrlich gesagt, auch. Fürs Erste haben wir alle genug getan. Doch wofür brauchen wir diese Ferien? Um alles zu vergessen und sich komplett abzuschalten? Um über das getane nachzudenken? Um den neuen Zyklus vorzubereiten? Um weiter zu üben, als wäre es nichts geschehen? Werden meine Schüler in den Ferien überhaupt üben? Sollen sie das? Kann ich das von ihnen erwarten?

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Wie lange dauert es, bis man wirklich Klavier spielen kann?

 

Unterschiedlich, je nach Ziel, Aufwand und Fähigkeiten.

 

Ziel

Wenn man einfache Liedchen und lustige Kinderstückchen spielen möchte, dazu ein bisschen Notenlernen, und sich damit zufrieden gibt, dann reicht ein Jahr.

Wenn man bestrebt, einfache bis etwas weniger einfache originale klassische Stücke und einfache Pop-Musik  spielen zu können, und sich damit zufrieden gibt, dann kann man nach 3-4 Jahren mit dem Unterricht aufhören.

Wenn man aber sich damit nicht zufrieden gibt, sondern wirklich an dem unendlichen Reichtum der Klavierliteratur teil haben will und richtig schöne und interessante Musik im Spielen genießen möchte, dann sollte man eine längere Reise angehen. Ich bin der Meinung, dass es mindestens 7 Jahre sein sollten.

Wenn man noch mehr will, dann stellt sich diese Frage gar nicht mehr.

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Wie soll man üben?

Ein Thema mit vielen Vorurteilen. Einer von ihnen lautet: Viel hilft viel.  Nicht unbedingt. Ich würde eher sagen: Klug hilft viel.

Es gibt also dummes Üben und kluges Üben.

Wie sieht dummes Üben aus? Man spielt das Stück immer und immer wieder, unachtsam, in andere Gedanken versunken, ohne darauf zu achten, ob sich das Spiel verbessert, wo gibt es Probleme und wie man sie beheben kann. Mann versucht nicht zu verstehen, wie das Musikstück gebaut ist, aus welchen Teilen es besteht und in welchem Verhältnis stehen diese zueinander.  Das Stück wird ausschließlich als Ganze wahrgenommen. Deswegen wenn man beim Spielen einmal rausgekommen ist, weiß man es nicht besser als wieder von vorne anzufangen. Von solchem Üben bekommt man zwar kräftige Finger, aber es ist sehr zeitaufwändig und ineffizient.

Was ist denn das kluge Üben? Man genießt das Stück als Ganze und gleichzeitig bemüht sich, es zu verstehen. Man sieht ähnliche und sich wiederholende Stellen, so fängt das Formenverständnis an. Man sieht das Zusammenspiel von Melodie und Harmonie, das „Gespräch“ der unterschiedliche Stimmen, die Folge der Motive und wie sie im Ganzen vereint sind. Man sieht „Bausteine“ des Stückes, und die kann man einzeln, aufmerksam und liebevoll einüben. Und zwar nach dem Prinzip: Erst denken, dann tun.  Dann vereint man die Bausteine zum ganzen Gebilde, das man nun versteht, wo man sich auskennt.

Ist das nicht zu „köpfig“, fragen Sie?

Ich denke, nein. Für mich ist der Unterschied zwischen dummen und klugen Üben etwa wie der Unterschied zwischen Verliebtheit und Liebe. Das erste ist leidenschaftlich, kurzlebig und… doof. Man hat noch keine wirkliche Ahnung, mit wem man zusammen ist. Das zweite ist vom tiefen Gefühl, voller Weisheit und kann sehr nachhaltig sein.

Es gibt aber noch ein besseres Üben: Das kreative Üben. Man fängt an, die kleinere musikalische Einheiten zu verändern, mit ihnen zu spielen. Durch die Veränderung erreicht man die Kontrolle.

 

Eine sehr, sehr wichtige Frage:

Ist es egal, was man spielt: Klavier, E-Klavier oder Keyboard? Was ist besser?

Vor 4 Jahren musste ich mich von meinem geliebten mechanischen Klavier trennen. Ich war darauf nicht vorbereitet, dass es so schmerzhaft sein wird. Als ob du einen Freund verloren hättest. Das hat gedauert, bis ich mein neues hochwertiges elektronisches Instrument akzeptiert und (noch später) einigermaßen lieb gewonnen habe.

Kein Pianist, der mit einem echten Klavier aufgewachsen ist, wird es freiwillig gegen ein elektrisches tauschen. Das Problem ist, manchmal muss es sein. In einer Mietwohnung zu leben und vernünftig zu üben, ohne dass sich die Nachbarn beschweren, ist fast unmöglich. Ein E-Klavier kann man leise drehen oder mit Kopfhörer spielen.

Also:

Ein „echtes“ Klavier ist das Beste, aber nur für diejenigen, die keine Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen. Nachteil: zweimal im Jahr müssen Sie den Stimmer bezahlen.

Ein E-Klavier ist eine gute universelle Lösung für ein Mietshaus. Nachteile: Es verbraucht etwas Strom; die Reparatur ist zwar möglich, aber es kommt sehr auf Ihr  Wohnort an.

Ein Keyboard… Gut, es gibt viele Leute, für die es genau das Richtige ist. Man muss schon die Technik mögen, man muss bereit sein, die vielfältige Funktionen des Keyboards zu studieren und zu nutzen. Es ist nun mal nicht mein Ding.

 

Ist es egal, ob ich ein billiges Instrument nehme oder ein teures?

Leider nein.

Wenn Sie ein „echtes“ Klavier suchen, kaufen Sie am besten ein neues. Tasteninstrumente, anders als Streichinstrumente, altern und zeigen deutlich ihre Alterserscheinungen. Sie können natürlich Glück haben und ein wunderbares gebrauchtes Instrument bekommen, es wird aber auch seinen Preis haben. Und jedes Angebot sollten Sie unbedingt sehr gründlich selbst prüfen. Probieren Sie jede Taste, spielen Sie Oktaven und Harmonien, machen Sie das  Instrument auf und sehen Sie sich die Mechanik an. Wenn Sie keine Erfahrung mit Klavieren haben, nehmen Sie jemanden mit, der sie hat.

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Oft höre ich, wenn ich einen neuen Schüler kennenlerne: Mein Kind zeigt Interesse oder den Willen, Klavier spielen zu lernen. Aber Sie müssen zuerst ganz bestimmt seine musikalische Fähigkeiten prüfen, oder? Um zu sehen, ob es da was wird?(!!!)

Ist mein Kind musikalisch?

Ja, selbstverständig, natürlich, aber sicher doch!!! Es gibt eigentlich nur musikalische Kinder. Jedes Kind ist dazu fähig, Musik auf verschiedenen Wegen zu erleben: Auf dem Weg des Hörens, also „passiv“.  Auf dem Weg der Bewegung zur Musik, aktiv, mit vollem Körpereinsatz, ein sehr schöner und absolut kindgerechter Weg. Und der schönste Weg, das selbständige Musizieren, der schwierigste aber auch der freudvollste Weg.

Man sollte dem Kind diese Freude am eigenen Musizieren dadurch nicht verderben, dass man es ständig abschätzend anschaut und überlegt: Ob es etwas daraus wird? Was soll denn daraus werden? Ein Mozart? Wohl kaum, sonst wüssten Sie es schon, Genialität ist meist offensichtig. Ein Berufsmusiker? Kommt vor, sollte aber nicht zum  einzigen Ziel des Musikunterrichts werden, und schon gar nicht bei einem Kind. Ein begeisterter Klavierspieler-Amateur, der in seine freie Zeit und nach Herzenslust viele schöne Stunden beim Musizieren erleben kann? Das kann jeder, nach seinem Maß.

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