Klavierunterricht für Groß und Klein

Buchempfehlungen

Die russische Klavierschule.

Diese Schule in ihrer erweiterten Version war eine lange Zeit das offizielle Unterrichtswerk für die Musikschulen in der ehemaligen Sowjetunion. Zweckmäßigerweise ist sie so zusammengestellt, dass man in Prinzip alles in einem Buch hat, um die ersten wichtigsten Grundlagen für ein professionelles Klavierspiel zu erwerben. Sie enthält vielfältiges klassisches Unterrichtsmaterial von sehr guter Qualität, was sie von manchen moderneren deutschen Schulen positiv unterscheidet. In allen drei Bänden findet man kein einziges schlecht komponiertes oder arrangiertes Stück.

Allerdings  sollte man bei dieser Schule einiges bedenken:

  • Sie ist zwar für Kinder gedacht, aber behandelt die Kinder als kleine Profis. Sie ist sehr akademisch aufgebaut, das Notenbild ist mit vielen Interpretationsdetails etwas überladen, es gibt keine Bilder (ich persönlich finde es besonders bedauerlich), die Stücke sind anspruchsvoll. Es sind in sich keine Nachteile, nur muss man damit umgehen können.
  • Auf der letzten Seite steht unter anderem geschrieben: „Die zweibändige „Russische Klavierschule“ kann innerhalb von zwei bis drei Jahren bewältigt werden.“ Diese Zeitangabe sollte man nicht allzu wörtlich nehmen. In zwei bis drei Jahre schafft man es, wenn man fleißig übt, guten Lehrer hat und über eine gewisse Begabung verfügt. Sonst kann es auch etwas länger dauern.
  • Diese Schule erklärt sich nicht von selbst. Man muss unbedingt einen Lehrer/eine Lehrerin haben.

Ansonsten ist die russische Klavierschule eine sehr gute Schule. Wenn man bereits die Grundlagen beherrscht, kann man sie als Repertoiresammlung benutzen, auch ohne Lehrer, wenn man ausreichen gut Noten lesen kann. Die Ausgabe mit CD könnte in diesem Fall hilfreich werden.

 

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Dieses Buch war eins meiner lustigsten Geburtstagsgeschenke: „Die Morde von Giuseppe Verdi“ von Lutz Backes.

Ich habe eigentlich nichts dagegen, die ganz Großen und Berühmten mit Ernsthaftigkeit und Respekt zu behandeln. Ich finde es aber auch klasse, ab und zu mal die ganze ehrfürchtige Verbeugung zu unterbrechen, bevor man vor Langeweile einschläft.  Genau dafür ist dieses Buch da. Es bietet uns einen überaus heiteren Blick auf das Leben und das Schaffen von Mozart, Vivaldi, Händel, Haydn und vielen anderen Kollegen von ihnen bis in die Gegenwart. Als musikwissenschaftliche Quelle absolut ungeeignet, ist dieses Buch eine sehr gute Lektüre für all die Musiker und Musikliebhaber, die ihre Beziehung zur sogenannten E-Musik etwas zu beleben und aufzufrischen.

Warum das Buch „Die Morde von Giuseppe Verdi“ heißt, sage ich lieber nicht, lesen Sie es lieber selber. Ich gebe Ihnen lieber eine Kostprobe über einen meiner Lieblinge, Franz Liszt:

„Liszt war der Schwiegervater von Richard Wagner, und das, obwohl er nie geheiratet hatte. Mal wollte er nicht, mal durfte er nicht.

Da war zuerst mal die Gräfin Marie d’Agoult (…), die sich als Schriftstellerin Daniel Stern nannte. Eine Parallele zu dem Freundespaar Chopin – George Sand drängt sich auf, nur, dass der Franz, der größte Klavierspieler des 19. Jahrhunderts, von ganz anderer Konstitution war als der kränkliche Pole.

Die Gräfin entführte er, ganz im Stile der Romantik, und machte ihr drei Kinder. Am berühmtesten von den Bälgern wurde Tochter Cosima (…), zweite Frau ihres zweiten Mannes Richard Wagner.“

Und so weiter, alles in diesem Sinne. Sehr zu empfehlen als Impfung gegen übermäßiger Ehrfurcht und Leblosigkeit! Viel Spaß beim Lesen!

Für alle neugierige und einigermaßen erwachsene (12+) Klavierspieler kann ich keine bessere Freizeitlektüre empfehlen als das großartige Buch von Dieter Hildebrandt Pianoforte: Der Roman des Klaviers im 19. Jahrhundert„, zusammen mit der Fortsetzung  „Piano, piano! Der Roman des Klaviers im 20. Jahrhundert“. Das ist eine lebendige, spannende, umfassende und liebevoll erzählte Geschichte des Klavierspiels. Das Buch liest sich wie ein guter Roman und hilft dem Leser, das Instrument wie einen guten Freund zu verstehen und mögen (oder nicht).

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Ganz zufällig habe ich in einer Buchhandlung ein wunderbares Notenbuch entdeckt:  Tierisch Klavierish, von Karin Groß. Das war vor einem Jahr. Seitdem haben mehrere von meinen kleineren Schüler davon profitiert. Es sind kurze leichte Klavierstücke, die sowohl musikalisch als auch didaktisch sehr interessant sind. Jedes „zeichnet“ ein bestimmtes Tierisches Bild, wie z. B. Kapitän Seebär, Fleißige Bienen, Der Specht, Kommissar Spürnase… Das Buch (d. h. beiden Bände) ist herrlich illustriert, was sehr viel ausmacht. Überhaupt, Kindernoten ohne Bild finde ich persönlich sehr langweilig und bedauernswert!

Also, ich empfehle!

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