Klavierunterricht für Groß und Klein

Monats-Archive: März 2015

Es erscheint doch so einfach – es gibt nur noch fünf Linien, es gibt ein klares Bild, das die Musik auf dem Notenblatt wiedergibt, es gibt nur sieben Noten in der Tonleiter. Und doch sieht man als Musiklehrer immer wieder, wie schwierig es einem Anfänger fällt, das Spiel nach Noten zu erlernen. Warum ist es so?

Auf der Tastatur sind hohe Töne rechts, tiefe Töne links. Auf dem Notenbild sind sie aber oben und unten. Versuchen Sie mal ohne Vorkenntnisse und Erfahrung diese zwei Koordinatensysteme zu vereinen! Unmöglich.

Eine Voraussetzung dafür muss zuerst entwickelt werden: die Melodie, die man hört, singt oder spielt, muss für den Musizierenden überhaupt räumlich vorstellbar sein. Der erste Begriff, der erarbeitet werden muss, wäre die Tonhöhe. Welche Töne sind tiefer, als die anderen, welche höhe? Wohin geht die Melodie gerade, nach oben oder nach unten? Welche Töne wiederholen sich auf der gleichen Höhe? Was genau bedeuten diese Unterschiede in den Abständen zwischen den einzelnen Noten?

Dann die Tonhöhe. Nicht nur die Position des Notenkopfes auf der Tastatur soll man beachten, sondern auch wie die Note aussieht! Ob der Kopf schwarz oder weiß ist, ob der Hals vorhanden ist, irgendwelche Flaggen und Balken, Punkte… Es gibt einfach zu viele Dinge auf einmal, die beachtet werden müssen.

Wie lernt man es dann? Können alle Menschen es lernen, nach Noten zu spielen, oder ist das nur etwas für besonders Begabten?

Jeder kann das lernen, wenn er oder sie es braucht oder will. Man kann sich Hilfe bei einem Lehrer holen oder auch aus den Büchern oder aus dem Netz. Entschlossenheit und Üben sind dabei unerlässlich. Vor Allem aber braucht man Zeit und Geduld, um die nötige Erfahrung aufzubauen. Je öfter man es trotzt aller Schwierigkeiten versucht, nach Noten zu spielen, je schnelle kommt das Können. Und nichts überstürzen. Vom Einfachen zum Komplizierten!

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