Klavierunterricht für Groß und Klein

Monats-Archive: Oktober 2013

Oft höre ich, wenn ich einen neuen Schüler kennenlerne: Mein Kind zeigt Interesse oder den Willen, Klavier spielen zu lernen. Aber Sie müssen zuerst ganz bestimmt seine musikalische Fähigkeiten prüfen, oder? Um zu sehen, ob es da was wird?(!!!)

Ist mein Kind musikalisch?

Ja, selbstverständig, natürlich, aber sicher doch!!! Es gibt eigentlich nur musikalische Kinder. Jedes Kind ist dazu fähig, Musik auf verschiedenen Wegen zu erleben: Auf dem Weg des Hörens, also „passiv“.  Auf dem Weg der Bewegung zur Musik, aktiv, mit vollem Körpereinsatz, ein sehr schöner und absolut kindgerechter Weg. Und der schönste Weg, das selbständige Musizieren, der schwierigste aber auch der freudvollste Weg.

Man sollte dem Kind diese Freude am eigenen Musizieren dadurch nicht verderben, dass man es ständig abschätzend anschaut und überlegt: Ob es etwas daraus wird? Was soll denn daraus werden? Ein Mozart? Wohl kaum, sonst wüssten Sie es schon, Genialität ist meist offensichtig. Ein Berufsmusiker? Kommt vor, sollte aber nicht zum  einzigen Ziel des Musikunterrichts werden, und schon gar nicht bei einem Kind. Ein begeisterter Klavierspieler-Amateur, der in seine freie Zeit und nach Herzenslust viele schöne Stunden beim Musizieren erleben kann? Das kann jeder, nach seinem Maß.

Womit fange ich an?

Mit einem Loblied für das Klavier aus dem Buch von Dieter Hildebrand „Pianoforte“.

„Das Klavier ist das ordentlichste Instrument… Da liegt, auf siebeneinhalb Oktaven verteilt, die gesamte abendländische Musik vorrätig, spielfertig, jederzeit durch Tastendruck abzurufen…  Zwischen Hänschen klein und Hammerklaviersonate gibt es mehr Möglichkeiten, als selbst die Musikwissenschaft sich träumt.

Das Klavier ist das athletischste Instrument. Es erfordert soviel Kraft und Schwung, dass sich ganze Generationen nicht nur von Pädagogen, nein, auch von Anatomen und Muskelspezialisten, von Chiro- und Orthopäden und selbst Masseure mit dem Klavierspiel befasst haben…

 Das Klavier ist auch das einladendste Instrument… Wer eine Taste anschlägt, hört einen Ton. Wer es mit der Faust traktiert, dem erwidert eine Art Akkord. Wer den ganzen Unterarm auf der Klaviatur ablegt, erzeugt etwas sehr modernes: einen Cluster. Wer die Tastatur in einem Wisch abstauben will, produziert ein Glissando. Solche Reaktion ist alles andere als selbstverständlich: Man sollte wissen, dass die meisten anderen Instrumente sich kauzig, durchtrieben, ja sogar unwillig verhalten. Streichinstrumente reagieren auf den Zugriff des Laien mit der berühmten Katzenmusik. Und nun erst Holz und Blech: Vieles darunter, so die Querflöte und die Trompete, geben nicht einen Hauch von sich, wenn jemand sie bedient, der von tuten und Blasen keine Ahnung hat.

Das Klavier…  ist also das demokratischste Instrument“.

Hier stimmt jedes Wort. Ich sage euch, die angehende Klavierspieler: Wir beschäftigen uns mit dem interessantesten Musikinstrument der Welt.

 

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